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Malteser Bildungszentrum Euregio

Austauschprogramm Neuseeland

Austauschprojekt: NotSan meets New Zealand

Ein Austauschprogramm am Ende der Welt? Ist das überhaupt möglich? Die Antwort lautet ganz einfach: Ja! Im April 2019 startete das Pilotprojekt, indem Lucas Hansen (damals NFS Azubi im 3. Lehrjahr) mit seinem Mentor Stefan Lozano für einen Monat nach Neuseeland reiste, um dort im Rettungsdienstsystem zu hospitieren. Ein Jahr zuvor entsprang die Idee, und Initiator und Projektmanager für Neuseeland Stefan Lozano plante, zusammen mit Lucas Hansen, Projektmanager des Programms in Deutschland, die Reise nach Neuseeland. Nach dem einmonatigen Pilotprojekt stellte sich sehr schnell heraus, dass das Projekt sehr wertvoll für die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter/in ist. Nicht nur die Auszubildenden profitieren von dem Austausch, sondern auch Mitarbeiter von St. John. Da der Austausch auf Gegenseitigkeit basiert, haben die Mitarbeiter von St. John ebenfalls die Möglichkeit, hier in Deutschland zu hospitieren.

Mit Unterstützung von Ralf Rademacher, dem Geschäftsführer des Rettungsdienstes im Kreis Heinsberg entwickelte sich so ein Projekt, dass in dem Ausmaß in Deutschland einzigartig ist. Als Kooperationspartner wurde das Malteser Bildungszentrum Euregio gewonnen. Auszubildende des Rettungsdienstes im Kreis Heinsberg und Auszubildende zum Notfallsanitäter/in des Malteser Bildungszentrum Euregio haben nun die Möglichkeit, im dritten Lehrjahr für einen Monat einen Austausch zu wagen, und den Rettungsdienst am anderen Ende der Welt kennenzulernen. Allerdings ist die Teilnahme an dem Projekt an einige Vorraussetzungen geknüpft:

  • Notendurchschnitt von 2,5 aus den vorangegangenen Zwischenprüfungen
  • ein erfolgreiches Skype Interview auf Englisch mit den Kollegen aus Neuseeland
  • eine positive Bewertung des zuständigen Praxisanleiters

Das rund 18.000 km weit entfernte Neuseeland hat ein Paramedic System. Die höchste Qualifikation, die dort erreicht werden kann, ist der Intensive Care Paramedic (ICP), weitere Qualifikationen in absteigender Reihenfolge sind der Paramedic, Emergency Medical Technican (EMT) und Emergency Medical Assistent (EMA). Es gibt in Neuseeland keine Notärzte, das Personal ist präklinisch auf sich alleine gestellt. Der größte Rettungsdienst Provider in Neuseeland ist St. John, eine ehrenamtliche Organisation, die rund 90% des rettungsdienstlichen Bedarfs in Neuseeland abdeckt. Die Tochterorganisation der Johanniter deckt zudem den Bedarf an Krankentransporten, Liegendfahrten, den Hausnotruf und Erste Hilfe Kurse ab. Die Auszubildenden werden sowohl auf der Nord- als auch auf der Südinsel eingesetzt. Vor Ort findet die Betreuung größtenteils durch Intensiv Care Paramedics statt, die nahezu alle auch die Qualifikation des Preceptors haben. Dies ist das Pendant zum Praxisanleiter hier in Deutschland.

Die Auszubildenden haben die Möglichkeit, sich entweder selbständig um eine Unterbringung vor Ort zu kümmern, oder durch Hilfe einer Home-stay-Koordinatorin an eine Gastfamilie vermittelt zu werden. Finanzielle Unterstützung kann über ein Förderprogramm des Bundes beantragt werden. Das Förderprogramm „Ausbildung weltweit“ vom Bundesministerium für Ausbildung und Forschung fördert jede Berufsausbildung. Somit kann eine nicht unerhebliche finanzielle Unterstützung durch Auszubildende beantragt werden.

Ziel des Austausch ist es, interkulturelle Kompetenzen zu fördern und den Blick über den Tellerrand zu wagen. Die Auszubildende schärfen ihren Blick für Neues und sind in der Lage, unterschiedliche Systeme zu
vergleichen. Dadurch können sie neue Erkenntnisse in ihr alltägliches Arbeiten aufnehmen. Somit ist das Programm nicht nur eine Förderung der eigenen Persönlichkeit, sondern auch für das alltägliche Arbeiten. Zudem wird die im dritten Lehrjahr wichtige Transferleistung gezielt gefördert.

Ansprechpartner für Interessierte ist Lucas Hansen.

 

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